wbk Jahresbericht 2024 final inkl Inhaltslink - Flipbook - Seite 15
D I S S E R TAT I O N E N
STUDIUM UND LEHRE
unterstützendem Einsatz von Digitalisierungsmethoden widmen. Neben der Digitalisierung verdient die Nachhaltigkeit der Fertigungsprozesse ein
besonderes Augenmerk. Im Fokus der Forschungsarbeiten stehen gleichermaßen laserbasierte wie
binderbasierte Additive Fertigungsprozesse, wobei sämtliche Prozessschritte relevanter Prozessketten sowie deren Wechselwirkungen betrachtet
werden. Ausgehend von der Charakterisierung und
Optimierung der Werkstoffe werden die Additiven
Fertigungsprozesse sensorunterstützt analysiert
und die Integration in Prozessketten durchgeführt.
Diese integrative Forschung auf dem Gebiet der
Additiven Fertigung unter Berücksichtigung der
kombinierten Werkstoff- und Prozessentwicklung
sowie der damit einhergehenden Digitalisierungsaspekte soll es erlauben, hocheffiziente, flexible
sowie hybride Fertigungsanlagen und -prozesse
bereitzustellen.
Sämtliche Grundlagenforschungsprojekte sowie
anwendungsorientierte Entwicklungsprojekte werden mit den industriellen und wissenschaftlichen
Partnern fortgeführt.
Das ganze Team des wbk freut sich sehr über diese
Berufung und gratuliert Prof. Zanger von Herzen.
Neue Nachwuchsgruppe „Dynamische
Qualitätsregelung für die nachhaltige
Produktion von Mobilitätslösungen“
Insbesondere in der Fahrzeugindustrie ist ein
Wandel weg vom linearen Wirtschaftsmodell hin
zu einer Kreislaufwirtschaft notwendig. In diesem Kontext betrachtet die Nachwuchsgruppe die
Kreislaufproduktion vom Materialeingang bis hin
zum fertigen Produkt beziehungsweise bis hin zum
Recycling. Im Fokus steht dabei, die Qualität des
rückläufigen Produkts wiederherzustellen, welche
besonders kritisch für den wirtschaftlichen Erfolg
ist. Hierfür werden intelligente Qualitätsregelkreise benötigt, die die Remanufacturingprozesse auf
Basis der geforderten Qualitätsmerkmale regeln.
Diese Herausforderung hat der InnovationsCampus
Mobilität der Zukunft (ICM) adressiert und zum Juli
eine Nachwuchsgruppe „Dynamische Qualitätsregelung für die nachhaltige Produktion von Mobilitätslösungen“ gestartet.
VERÖFFENTLICHUNGEN
Leiter der ICM-Nachwuchsgruppe: Dr.-Ing. Florian Stamer
Im Auswahlverfahren um diese Nachwuchsgruppe
konnte sich Dr.-Ing. Florian Stamer durchsetzen.
Unter seiner Leitung arbeitet die Nachwuchsgruppe nun an intelligenten Qualitätsregelkreisen für
die nachhaltige Produktion von qualitativ hochwertigen Mobilitätslösungen.
Im Zentrum des Ansatzes steht die Unikalität des
rückläufigen Produkts. Entsprechend muss jedes
rückläufige Produkt anders gehandhabt werden.
Passend hierzu betrachtet die Nachwuchsgruppe
die adaptive Fertigung beziehungsweise die Produktion maßgeschneiderter Ersatzteile. Die Durchführung einer weiterführenden Demontage und
das Übergeben von Teilsystemen an das Recycling
sind inkludierte Entscheidungsmöglichkeiten. Bei
allen Entscheidungen muss stets die Remontage
der Komponenten bei der Regelung berücksichtigt
werden. Als Basis des Qualitätsreglers entwickelt
die Nachwuchsgruppe einen digitalen Produkt-Produktionszwilling, welcher die Daten aus Inspektionen und Prozessen nutzt, um die notwendige Informationslage für eine iterative und dynamische
Entscheidung über die weiteren Schritte jeder einzelnen Komponente zu schaffen.
Aufgrund der hohen Interdisziplinarität des Aufgabenfeldes ist für Florian Stamer der Austausch
innerhalb des ICM mit anderen Nachwuchsgruppen sowie mit Instituten am Karlsruher Institut für
Technologie (KIT) und an der Universität Stuttgart
essenziell. Auch die Anschlussfähigkeit ist von hoher Bedeutung: Hier kann auf wertvolle Vorarbeiten zurückgeschaut werden, aber auch die Beantragung ergänzender oder aufbauender Projekte
spielen für Florian Stamer eine wichtige Rolle. Hier
sind weitere Projekte des ICM, sowie der EU und
auch nationale Forschungsprojekte angestrebt. Parallel tauscht er sich mit Vertreterinnen und Vertretern von Industrieunternehmen aus.
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Institut für Produktionstechnik Jahresbericht 2023
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